LEGO Ausstellung, Februar, Messe Dresden – Bericht


Die Ausstellung schloss am Sonntag 18 Uhr ihre Türen und damit ist meine erste Ausstellung jetzt auch Geschichte!
Am Dienstag fing die ganze Sache schon mit dem Packen der Modelle an und da ich dies zum ersten Mal tat, war ich auch eine ganze Weile damit beschäftigt. Welche Kiste für welchen Teil von welchem Modell usw…

Am Mittwoch rückte ich erst einmal nur mit einer Kiste in der Messehalle 3 an, denn zunächst sollte ein komplett mit LEGO gefüllter LKW ausgeladen werden. Nachdem das dann getan war, verschaffte ich mir einen Überblick über die Halle. Zum Glück waren wir genau diagonal dem Eingang gegenüber an der anderen Hallenseite, welches sich später wirklich als praktisch erwies, da sich die Besuchermassen vorher besser verteilen konnten und sich eben diese Masse an Schaulustigen an unserer Anlage vorbei quetschen musste. Ach ja, ich erwähnte gerade ‚unsere‘, denn ich war nicht allein dort, denn ich schmückte quasi nur einen Schattenbahnhof einer riesigen LEGO City Anlage der AFOLS Lausitz. Nach 1.5 Stunden Aufenthalt bin ich dann auch erst einmal wieder nach Hause, da ich noch für eine Prüfungen lernen musste.
Als ich am Donnerstag Morgen mit dem Auto, welches bis zum Rand mit Pappkartons gefüllt war, eintraf, war der größte Teil der Anlage schon aufgebaut. Ich packte also meine Kartons auf und baute die Modelle Akademie der Magiergilde, Befestigtes Landgut und Halloween auf. Nach 1.5 Stunden Aufbau und dem Schießen von Fotos ging es auch schon wieder heimwärts, um dann…

…am Freitag um 1330 meine Klausur zu meistern und anschließend zur Messehalle zu fahren. Dort bekam ich dann zwar nur noch 1.5 Stunden des Freitags mit, aber ich konnte mich gut in die Besucher integrieren, da mich kein Ausstellerausweis kennzeichnete. So konnte man gut die Gespräche von Klein und Groß verfolgen. Meine größte Sorge galt am Anfang dem Verschwinden von Teilen oder Figuren, aber gleich am Freitag konnte ich mich beruhigen in dem ich sah, dass nichts fehlte.
1200 also 2 Stunden nach der Öffnungszeit stand ich am Samstag dann wieder an unserer LEGO-Anlage und löste erst einmal die anderen beim ‚Wache-schieben‘ ab, denn auch sie wollten in Ruhe essen gehen. Haha, Essen.. ja nun gut, es gibt wichtigere Dinge auf einer Ausstellung als gutes Essen oder? Jedenfalls waren wachsame Augen bitter nötig, denn nicht alle Menschen können die Schilder ‚Berühren Verboten!‘ lesen, damit sind natürlich die kleinsten Gäste gemeint, die am liebsten alles anfassen oder bespielen, begrabschen, benießen und besabbern wollen – wann sieht man auch mal so viel Spielzeug auf einem Haufen? -, oder auch die etwas größeren Besucher die einfach nicht Lesen wollen. So wurden einige ungünstig platzierte Bäume von engagierten Holzfällern gefällt, das Schild der AFOLS- Lausitz, welches gleich zwei arme Hirsche unter sich begrub, umgeworfen und die neue Kastenbrücke aus mangelnder Haltbarkeit eingerissen. Natürlich geschah dies alles ohne Absicht und lag fern der menschlichen Extremitäten, sprich Schals, Jacken, Tücher, Ketten, Rucksäcke, Taschen und Kameras. Am selbigen Tag legte ich auch noch MOC-Karten mit kleinen Beschreibungen aus um Missverständnissen vor zu beugen, denn…
..auch am Sonntag hörte ich mehrfach es handle sich bei meinen Modellen um Hogwarts! ‚Guck mal Mutti, da vorn ist Hogwarts. Mal sehen ob ich Harry Potter finde!?‘ Oft war aber auch einfach von DER ‚Ritterburg‘ die Rede. Es ist wirklich interessant und schön den Besuchern bei ihren Deutungen zu zu hören. Die winkenden Gaukler auf dem Turm der Magiergilde, wurden so beispielsweise als Clowns und Eulenspiegel, sowie die Aliens in den Katakomben als Geister, Ungeheuer und Kobolde bezeichnet. Allerdings zeigte es mir auch eine weniger schöne Seite der Jugend. Die von mir verwendeten Tauntauns und Gungan Beasts wurden von den meisten als ‚guck mal das ist aus STAR WARS‘ erkannt, leider wurde es aber fast immer weiter geführt mit ‚hä, was haben die denn da zu suchen? Komisch..‘. Ein anderes Beispiel war: ‚Mutti warum hat der dort denn das Gesicht von Indiana Jones, das ist doch gar nicht Indiana Jones‘ und es waren nicht wenige Kommentare die eben diesen glichen. Erschreckend ist es dahingehend, da man annimmt, dass gerade Kinder viel Phantasie besitzen und irgendwelche Figuren und Teile bestimmter Themen sich ihrer Phantasie unterordnen sollten. Dabei ist LEGO doch DAS Spielzeug der Ideen und Neuschöpfungen, was anscheinend aber bei einem Teil der Jugend (über den Anteil will ich hier nicht mutmaßen) unter gegangen zu sein scheint.

Abschließend war die Ausstellung doch sehr schön, wenn gleich auch sehr anstrengend! Sie war wirklich gut besucht und am Sonntag waren auch noch einmal mindestens doppelt so viele Besucher da, wie den Tag zuvor. Traubenweise standen die Besucher um unsere Anlage herum und verteilten das Glitzern in ihren Augen. Man führte das eine oder andere Gespräch den ‚Kollegen‘ oder mit interessierten Gästen, und beantwortete Fragen die mir als AFOL witzigerweise schon lange nicht mehr in den Sinn kamen und doch für jeden Besucher so grundlegend wichtig erschienen: ‚Kann man das so von LEGO Kaufen?‘,’Ist das wirklich selbst gebaut?‘, ‚Gibt es dafür eine Bauanleitung?‘, ‚Nach welchen Vorlagen bauen sie?‘, ‚Wo bekommt man die ganzen Steine her?‘, ‚Auf welchen Wert schätzen sie die gesamte Anlage?‘, ‚Wie wird so etwas transportiert?‘, ‚Sind die Steine geklebt?‘, ‚Werden sie von LEGO gesponsert?‘. Nein; Ja; Nein; Frei erfunden; Sets, PAB, Bricklink; Unkaufbar; durch den Einsatz von Modulen und Autos; Um Gottes Willen, Nein; Das wär mal was. 🙂
Das THE BRICK TIME Team war jedenfalls wenigstens im Kleinforamt vor Ort. 😀

1 Gedanke zu “LEGO Ausstellung, Februar, Messe Dresden – Bericht

  1. Großartig.

    Gefällt mir sehr gut, dein Bericht.
    Und ausserdem der Schriftzug vor deinen Modellen.

    MfG

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