LEGO® in Asien – Neue Produktionsstätte nahe Shanghai

Laut einer Meldung der deutschen Presse Agentur (dpa) beabsichtigt das Unternehmen LEGO ab dem Jahr 2017 die bunten Kunststoffsteine auch in China produzieren zu lassen. Bereits im kommenden Jahr soll mit dem Bau einer Fabrik nahe Shanghai begonnen werden. Um anschließend von dort aus den rasant wachsenden asiatischen Markt zu beliefern. Rund 2000 Mitarbeiter werden dann zukünftig, lt. eigenen Angaben, vor Ort beschäftigt.

Interessant ist hierbei die Frage wie sich die „vor Ort“ – Produktion auf die Markt-bezogenen Preise auswirkt. Da Transportkosten für die Lieferungen aus Europa (Tschechien und Ungarn) wegfallen, wäre eine Preissenkung für den asiatischen Markt, insbesondere China, denkbar.
Klingt aus Unternehmersicht sehr vielversprechend. Da die Waren mit Arbeitskräften vor Ort produziert werden können, deren Gehälter oben drein wesentlich gewinnorientierter sind, ist ein weiterer Anstieg des Wachstums in den asiatischen Märkten mehr als wahrscheinlich.

Andererseits würde eine weitere Produktionsstätte auch bedeuten, dass in Europa ein Überschuss an Produktionskapazitäten entsteht. Da Lieferungen in den asiatischen Raum wegfallen. Das könnte eine Reduzierung von Arbeitsplätzen in Europa nach sich ziehen.

Spinnt man den Faden weiter, kommt man zu der Wahrscheinlichkeit einer Verlagerung der gesamten Produktion in den asiatischen Raum. Dies wiederum führt zu Transportkosten für die Lieferung aus China nach Europa. Eine Preissteigerung von Produkten auf dem europäischen Markt wäre eine logische Konsequenz. So auch der Wegfall jeglicher Arbeitsplätze in Europa die in unmittelbaren Zusammenhang mit der Produktion stehen.

Allerdings kommen solche kapitalistischen Möglichkeiten für ein traditionsreiches Unternehmen natürlich nicht in Frage. Des Weiteren sieht die Strategie „…so dicht wie möglich an Kernmärkten zu produzieren…“ diese Möglichkeit gar nicht vor. Immerhin ist Deutschland der größte Absatzmarkt in ganz Europa für die bunten Steine. Und es liegt sicherlich im Anspruch des Unternehmens den deutschen Kunden dementsprechend zu pflegen.

Hoffe ich…

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3 Gedanken zu “LEGO® in Asien – Neue Produktionsstätte nahe Shanghai

  1. Ich denke, da wirst du auch positiv hoffen 😉 Kein Hersteller kann es sich erlauben, seinen Hauptabnehmer zu verprellen. Sicherlich weerden hier in Europa einge oder mehr Arbeitsplätze wegfallen. Das ist leider inzwischen schon normal geworden 🙁 Da braucht man sich nur andere große Firmen ansehen.

    Ich schätze, es wird aber so laufen, dass die Sachen aus Shanghai hier nicht verkauft werden. Denn sie würden damit ihre europäischen Preise kaputt machen 😉 Meine Exfirma hatte damals ein Werk in Indien gekauft und ein Importverbot nach Europa ausgesprochen. Es wurde nur für den asiatischen Markt produziert.

  2. im allemeinen ist die verlagerung der producktion nach asien nichts anderes als ausbeutung!
    ich bin seit 5 monaten in asien mit dem rucksack unterwegs. fast ueberall werden menschen und arbeitnehmerrechte mit fuessen getretten. die preise der sets sind nur geringfuegig teurer als bei uns. hier gehts um produzieren fuer mehr gewinn und nicht fuer beduerfnisse.

    FUI – sowas gehoert sich nicht!
    und schaut euch mal die geschichte von maerklin in den letzten 10jahren an!

  3. Hi Legolas,

    schön von dir zu hören.
    Wie man meinem, vor Ironie strotzenden, Beitrag entnehmen kann, sehe ich das ähnlich.
    Gut, dass uns jemand der unabhängig ist, von vor Ort berichten kann was los ist.
    Presse Freiheit gibt es schon. Leider nur für die, die die Presse machen. Journalistische Freiheit hingegen gibt es, zumindest durch Agenturen wohl kaum. Nur Menschen die frei vom Arbeitgeber vor Ort sind und sich ein wirkliches Bild mit eigenen Augen machen, können journalistische Arbeit erbringen.

    Danke für deinen Beitrag.

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